Warum muss Papa so viel arbeiten?

Wie bringt man Startup und Family unter einen Hut? Der erfolgreiche Unternehmer und zweifacher Vater Rinaldo Dieziger im Interview über sein höchst amüsantes Papperlapapa-Buch.

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Rinaldo Dieziger - Jungunternehmer, Buchautor und zweifacher Vater

Du bist seit knapp 10 Jahren ein erfolgreicher Jungunternehmer und hast mit «Papperlapapa» letzte Woche dein erstes Buch veröffentlicht. Worum geht es darin?

Das Buch enthält die spannendsten Blog-Beiträge und Kolumnen, die ich in den letzten drei Jahren für verschiedene Plattformen geschrieben habe, die meisten für den Mamablog auf Tages-Anzeiger.ch. Das ist einer der meistgelesenen Schweizer Blogs überhaupt. Das Feedback war entsprechend gewaltig. Das Buch bietet auf 212 Seiten also bereits tausendfach geprüften und für gut befundenen Lesestoff für Väter, Mütter und alle, die ihnen in die Quere kommen.

Und warum ist dein Buch auch für Firmengründer interessant?

Für den Jungunternehmer ist die eigene Firma wie ein Baby. Man geht mit einer Idee schwanger, gibt ihm bei der Gründung einen Namen und erfreut sich an seinen Fortschritten. Irgendwann kommt eine richtige Familie dazu. Und dann gilt es, Familie und Unternehmen unter einen Hut zu bringen. Es gibt einige Texte im Buch, die sich mit dieser Herausforderung befassen.

Als du Supertext gegründet hast, warst du 30 Jahre alt, unverheiratet und hattest keine Kinder. Hättest du es auch mit einer Familie im Hintergrund gewagt?

Ich denke schon. Es kommt darauf an, was für eine Familie man im Hintergrund hat. Wer das klassische Ernährer-Modell mit Frau am Herd und Mann im Stollen lebt, der überlegt es sich sicher zwei Mal. Wenn beide arbeiten und mindestens ein Partner für ein sicheres Einkommen sorgen kann, geht vieles einfacher. Die ersten Jahre als Unternehmer sind hart. Man verdient wenig, wenn überhaupt, und ist rund um die Uhr beschäftigt.

Hat man als Unternehmer überhaupt genug Zeit für eine Familie?

Das hängt ganz von einem selbst ab. Als Unternehmer hat man nie genug Zeit. Man kann immer noch mehr machen. Noch einen Kunden gewinnen. Noch ein Produkt lancieren. Zeit für die Familie hat man nicht – man nimmt sie sich. Und wer sich Familienzeit nimmt, muss damit leben können, dass das Unternehmen vielleicht nicht so schnell wächst.

Das wird den Investoren aber nicht gefallen. Hat man als Familienvater Nachteile, Investoren zu finden?

Nein. Ich glaube eher das Gegenteil ist der Fall. Familienväter sind beständiger und haben mehr Druck, auch finanziell erfolgreich zu sein.

Du bist mit Supertext auf Wachstumskurs, hast letztes Jahr eine Filiale in Berlin aufgemacht, bist Vater von zwei Kindern – warum und wann schreibst du jetzt auch noch Bücher?

Ich bin über die Jahre vom Texter zum Unternehmer mutiert. Irgendwann wollte ich wieder mal was anderes schreiben als Präsentationen und Offerten. Der Aufruf des Mamablogs nach schreibenden Papas kam wie gerufen. Ich schreibe am Abend, wenn Frau und Kinder schlafen. Statt Ausgehen oder Fernsehen.

Letzte Frage. Es ist 18 Uhr. Du hast zwei Anrufe. Deine Frau will, dass du sofort nach Hause kommen, weil das Kind krank ist. Gleichzeitig ruft ein Kunde an, um die letzten Details für den anstehenden Millionen-Deal zu besprechen. Was tust du?

Du sprichst auf das Feierabend-Dilemma an. Das kommt in meinem Buch vor. Ich habe eine klare Antwort darauf. Auf Seite 177.

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