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  • Businessplan schreiben ohne Stress: Auch der Ein-Personen-Betrieb muss Personalprobleme lösen

    Brühlmann_ifj1.jpg Der erfahrene Unternehmer und Businessplan-Experte André Brühlmann

    Wer eine Firma gründet, übernimmt damit eine ganze Reihe verschiedener Aufgaben, die alle gut gemacht sein wollen: Die Personalfrage wird bei Unternehmensgründungen oft zu wenig beachtet. Im zehnten Teil der Serie «Businessplan schreiben ohne Stress» erklärt der erfahrene Unternehmer André Brühlmann, wie Sie dabei am besten vorgehen.

    Unternehmerinnen und Unternehmer müssen eine ganze Reihe von Jobs übernehmen, während Angestellte normalerweise eine genau beschriebene Aufgabe zu erfüllen haben. Das bedeutet beim Wechsel vom Angestellten-Dasein zur Selbständigkeit für viele die radikalste Veränderung - und wird trotzdem häufig einfach übersehen. Zudem: je kleiner der Betrieb ist, desto mehr Aufgaben und Pflichten bleiben am Chef oder der Chefin hängen.

    So paradox es klingt: Gerade wenn sich die Personalfrage am wenigsten aufdrängt (weil ja nur eine Person da ist), lohnt es sich, sie zu stellen. Wer allein startet, müsste eigentlich alle Verantwortungsbereiche selber abdecken. Das ist erfahrungsgemäss aber nicht möglich, weil jede Person ja ihre Stärken und Schwächen hat. In gewissen Bereichen drängt sich die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten deshalb auf.

    Oft liegt die Begabung der Firmengründer vor allem im Entwickeln von unternehmerischen Visionen und kreativen Strategien. In Sachen Finanzen dagegen sind sie nicht nur schlecht ausgebildet, sondern auch wenig interessiert. Trotzdem können sie sich zu hervorragenden Unternehmer-Persönlichkeiten entwickeln - wenn sie ihre Schwäche erkennen und diesen Teil ihrer Aufgabe durch Fachleute erledigen lassen.

    Klar ist indes auch: Outsourcing (Statt eine Arbeit in der eigenen Firma durchzuführen, wird sie an ein anderes Unternehmen oder an freie Mitarbeiter vergeben.) kostet Geld - und schlägt auf der Kostenseite zu Buch. Wer eine Firma gründet, muss sich daher genau überlegen, in welchen Bereichen sie eigene Mitarbeiter einsetzen und was sie durch Outsourcing abdecken können. Der Einsatz von temporären Arbeitskräften kann eine Zwischenlösung sein.

    Was die Investoren in diesem Zusammenhang meist brennend interessiert, ist das Stellvertretungsproblem. Ihre konkreten Fragen: Ist die ganze Firma - wie das bei Jungunternehmen häufig der Fall ist - von einer einzigen Person abhängig? Und: Was geschieht mit dem investierten Kapital, wenn dieser Person etwas zustösst?

    In der Regel legt man den Personalbedarf bei der Erarbeitung des Organigramms fest. Dieses sollte von den Funktionen her aufgebaut werden und primär die Umsetzung der Unternehmensstrategie unterstützen. Erst wenn die einzelnen Funktionen feststehen, sollte man überlegen, wer welche Aufgaben zu übernehmen hat.

    Wenn die Funktionen und die Aufgabenbereiche der Mitarbeiter definiert sind, legt man fest, zu wieviel Prozent ihrer Arbeitszeit die polyvalenten Mitarbeiter (Personen, die für verschiedene Funktionen eigesetzt werden können.) für einzelne Aufgaben zur Verfügung stehen. Zum Beispiel Werner Hugentobler: Geschäftsleitung 20, Forschung und Entwicklung 30, Verkauf 35 und Kalkulation 15 Prozent.

    Es lohnt sich, bereits in der Vorbereitungsphase Führungs- und Personalfragen Beachtung zu schenken und dabei auch zu beobachten, wie andere Firmen sie gelöst haben.



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